Einleitung

Die Aufgabe der visuellen Suche besteht vornehmlich in dem Identifizieren/ Finden eines bestimmten Stimulus unter vielen anderen [Goldstein 2008:17]. Auf Web-Interfaces kann dies beispielsweise in dem Finden der Suchmaske oder spezieller Informationen bestehen. Die visuelle Suche spielt bei der Web-Usability eine sehr entscheidende Rolle, denn das schnelle, möglichst direkte Finden von Gesuchtem intendiert einen logisch-funktionalen Seitenaufbau der eine schnelle, zielführende Nutzung ermöglicht.

Bei der visuellen Suche innerhalb einer graphischen Benutzeroberfläche kann zwischen zwei Phasen unterschieden werden, der präattentiven und der attentiven Phase.

Autor: Sebastian Goldstein

 

Präattensive Phase

In der präattensiven Phase findet zunächst eine grobe räumlich Orientierung auf der Benutzeroberfläche statt. In dieser Phase vollziehen sich größtenteils Bottom-up Informationsverarbeitungen (auch reizgesteuerte Verarbeitung bzw. Feature-Driven-Processing genannt ), d.h. es finden Verarbeitungsprozesse statt, bei denen die auf die Rezeptoren fallenden Informationen analysiert werden [Goldstein 2008: 429]. Die Wahrnehmung vollzieht sich somit auf einer niedrigen kognitiven Ebene. Aus den über die Rezeptoren in Einzelinformationen zerlegten Elementarmerkmalen des visuellen Objekts (Farbe, Größe, Helligkeit, Bewegungen usw.) entsteht durch Verknüpfung ein bedeutungsvolles Ganzes [Schmidts 2007: 64].

Wie bereits beim Orientierungsreflex erwähnt wurde, wird die Aufmerksamkeit auf die Orte mit den größten visuellen Reizen gelenkt. Diese sind vor allem durch die weiter unten erwähnten Aufmerksamkeitsgesetze bedingt. Bewegungen oder intensive Farben sowie Kontraste haben eine größere aufmerksamkeitslenkende Reizwirkung als beispielsweise weiche, helle Farben.

In der präattensiven Phase können neben den Botten-up Prozessen auch Top-down Verarbeitungen stattfinden, d.h. es findet eine wissensbasierte Orientierung auf dem Interface statt [Duchowski 2003: 13]. So gibt es erlernte Platzierungserwartungen von Webseitenelementen, die beispielsweise den Warenkorb eines Online-Shops rechts oben in dem Webinterface vermuten lassen.

Nach Schmidts [2008: 66] ist jedoch zu beachten, dass sich der Einfluss des vorhandenen Vorwissens in der automatisierten präattentiven Orientierungsphase „auf eine Voraktivierung entsprechender Stimuli beschränkt“. Demnach findet eine semantische Verarbeitung nicht hier, sondern in der attensiven Phase statt.

Autor: Sebastian Goldstein

 

Attensiven Phase

In der attensiven Phase wird ein spezieller Bereich, der in der präattensiven Phase identifiziert wurde, semantisch analysiert. In dieser Phase hauptsächlich die mentalen Modelle der Informationsverarbeitung statt.

Autor: Sebastian Goldstein