Usability-Evaluation

Im vorherigen Kapitel (Usability) wurden bereits einige allgemeine Grundsätze der Benutzerfreundlichkeit vorgestellt. Um Webseiten, Softwareapplikationen, Nutzerinterfaces oder Instrumente benutzbar zu machen, ist die ständige Überprüfung (Evaluation) der Usability unausweichlich. Es kann dabei zwischen mehreren Arten der Usability-Evaluation unterschieden werden: der theoriebasierten, expertenbasierten oder nutzerbasierten Usability-Evaluation.

Theoriebasierter Usability-Evaluation

Bei der theoriebasierten Usability-Evaluation wird auf Basis von Usability-Heuristiken und Gesetzmäßigkeiten überprüft, ob das vorhandene Untersuchungsobjekt diesen Anforderungen entspricht.

Expertenbasierte Usability-Evaluation

Bei der expertenbasierten Usability-Evaluation wird die Benutzerfreundlichkeit auf Basis der Erfahrungen von Usability-Experten überprüft. Wie bei der theorieebasierten Usability-Evaluation werden häufig Checklisten und Heuristiken angewendet, die sukzessive abgearbeitet werden. 

Benutzerorientierte Usabiltiy-Evaluation

Bei der benutzerorientierten Usability-Evaluation setzen sich potentielle Nutzer mit dem Interface auseinander. Die Probanden sollen dabei mit dem System interagieren. Auf diese Weise kann ermittelt werden, wie effektiv und effizient potentielle Nutzer das System nutzen können. Dabei kann neben quantitativen Daten (z.B. Reaktionszeiten, Klickwege, Blickpfade etc.) auch qualitative Befragungsdaten ermittelt werden. 

In diesem Kapitel wird ausschließlich das benutzerorientierte Usability-Testing vorgestellt.

 

Usability-Testing

Der Ablauf eines Usability-Tests kann grob in drei Phasen unterteilt werden: der Vorbereitungs-, Durchführungs-, und der Auswertungsphase. 

Usabilty-Testing mittels Eyetracking

Zunächst gelten für Eyetracking-Untersuchungen dieselben methodischen Anforderungen wie an andere Usability-Tests [Schweibenz & Thissen 2003: 76]. Es ist zu empfehlen, dass neben der reinen, quantitativen Blickregistrierungsanalyse auch qualitative Daten (Befragungen oder Posttest-Fragebögen) erhoben werden, um die jeweilige Wirkung der Webseite (oder des Bewegtbildes) gestützt oder ungestützt ermitteln zu können.


Von einem Methodenmix (Erhebung qualitativer und quantitativer Daten) während des Eyetrackings sollte möglichst abgesehen werden [Arndt 2006: 257]. Qualitative Daten sollten bei Eyetracking-Untersuchungen möglichst ex-post erhoben werden, denn periaktionale Evaluationsverfahren wie die klassische Methode des Lauten Denkens induzieren eine verzerrende Wirkung auf die Blickdaten. Der kognitive Aufwand dieser Methode behindert das natürliche Nutzungsverhalten von Web-Angeboten [Arndt 2006: 257].

Autor: Sebastian Goldstein