Einleitung

Eye-Catcher sind angeborene Auslösereize, die unsere Aufmerksamkeit besonders stark auf sich ziehen. Dabei können die biologischen Signale sowohl eine angenehm-positive oder eine schockierende emotionale Wirkung haben. In der Online-Werbung ist ein Eye-Catcher in der Regel ein visuelles (grafisches) Element, dass unsere Aufmerksamkeit anzieht und eine Werbebotschaft oder ein Produkt in unseren Wahrnehmungsfokus rückt. Nach Wirth [2004: 191-192] ist ein guter Eye-Catcher also ein „Stopper“, der laufende Denk- und Handlungsprozesse unterbricht (vgl. Orientierungsreflex).

In der Orientierungsphase zeigt sich, welche Seitenelemente visuell so auffällig und reizstark sind, dass sie innerhalb der ersten Sekunden des Seitenkontaktes wahrgenommen werden.

Der Einsatz von Eye-Catchern im Webdesign sollte jedoch wohl überlegt und dosiert erfolgen. Die Nutzer orientieren sich in der präattensiven Suchphase (zielgerichteten Suche) an den aufmerksamkeitsstärksten visuellen Reizen, da sie eine Korrelation zwischen der Reizstärke der Objekten und deren subjektiven Wichtigkeit vermuten. Werden nun überflüssige Eye-Catcher in die Webseite integriert, so behindern diese den Suchprozess der Nutzer. Eye-Catcher bergen also die Gefahr, dass sie die Ziele der Nutzer behindern können.

Statt den Suchprozess der Nutzer zu behindern, sollten Eye-Catchern jedoch so eingesetzt werden, dass sie den Suchprozess der Nutzer unterstützen und nicht ablenken. Dies setzt voraus, dass die Interessen und Ziele der Webseitennutzer bekannt sind. Nach Thomas Wirth sind gute Eye-Catcher daran zu erkennen, dass der Betrachter nicht nur weiß, wohin er blicken soll, sondern auch warum [2004: 203]. Eye-Catcher müssen somit im richtigen Kontext und in der richtigen Dosierung eingesetzt werden.

Autor: Sebastian Goldstein

 

Bewegungen

Der stärkste Reiz, auf den unsere Aufmerksamkeit reflexartig reagiert, sind Bewegungen. Der so genannte Orientierungsreflex, welcher durch Bewegungen oder farbliche Veränderungen im peripheren Sehbereich ausgelöst werden, wurde bereits in der Kategorie „Das menschliche Auge“ erläutert.

Wie bereits erwähnt, ist der Orientierungsreflex in der Lage, jegliche Handlung zu unterbrechen. In der Hierarchie der Reize haben Bewegungen haben die höchste Priorität.

Nach Thomas Wirth [2004: 193] können Bewegungen jeglicher Art
(a) reflexartig unsere Aufmerksamkeit alarmieren, wodurch unsere
(b) Blickbewegungen umgelenkt werden und
(c) aktuell laufende Denk- und Handlungsprozesse unterbrochen werden.
Des weiteren (d) stören Bewegungen auch dann, wenn wir diese aktiv ignorieren.

Für das Webdesign bedeutet dies, dass bewegte Elemente auf einer Webseite nur wohl überlegt eingesetzt werden sollten. Wie bereits mehrfach erwähnt, sollte von dem Einsatz von bewegenden Bannern  möglichst abgesehen werden, sofern diese nicht das Haupterlösmodell der Webseite darstellen. 

Erste Erkenntnisse einer aktuell laufenden Studie des Forschungsschwerpunktes Kommunikationsforschung der Fachhochschule Düsseldorf über die Wahrnehmung und Nutzung von Bewegbildern im Personalmarketing zeigt, dass automatisch startende Videos in Onlinestellenanzeigen von sehr vielen Probanden als störend empfunden werden. Es konnte des Weiteren festgestellt werden, dass viele Probanden automatisch startende Bewegtbilder sofort gestoppt haben, um ungestört die Stellenanzeige lesen zu können.

Autor: Sebastian Goldstein

 

Augen

Augen haben eine magische Wirkung auf unsere Aufmerksamkeit. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass die Augen eines der wichtigsten Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Mimik sind [vgl. Steele 2008: 33]. Bedingt durch Relikte unserer Vorfahren löst das Vorhandensein von Augen automatisch eine Alarmwirkung aus, da es sich bei dem Gegenüber ja auch um ein wildes Tier oder um einen Feind handeln kann. Nach Thomas Wirth [2004: 198] reagiert der Mensch auf diesen Reiz ganz unwillkürlich mit körperlicher Erregung (erhöhte Aufmerksamkeit und Herzfrequenz, höherer Blutdruck etc.).

Autor: Sebastian Goldstein

 

Gesichter und Mimik

Ein Großteil der zwischenmenschlichen Kommunikation erfolgt über nonverbale Signale. Dabei spielt neben den Körperbewegungen die Mimik eine entscheidende Rolle. Große Bereiche unseres Gehirns (vornehmlich Areale der rechten Gehirnhälfte) sind auf das Erkennen und Interpretieren von Gesichtern und Mimiken ausgerichtet. Da Menschen soziale Wesen sind ist ihnen das Erkennen und Reagieren auf Gesichtern und Mimiken bereits angeboren.

In einer vom Forschungsschwerpunkt Kommunikationsforschung der Fachhochschule Düsseldorf durchgeführten Studie über die "Nutzung und Wirkung von Bewegtbilder  in der Personalkommunikation" konnte festgestellt werden, dass Gesichter in Bewegtbildern eine sehr hohe Reizwirkung hatte. So sprangen die Blicke fast unwillkürlich immer wieder auf die im Video erscheinenden Gesichter.

Autor: Sebastian Goldstein

 

Kindchenschema

Das Kindchenschema stellt ein weiteres angeborenes Reizschema dar. Wir reagieren unwillkürlich auf Babys und Kleinkindern, die durch einen im Verhältnis zum Rumpf großen Kopf und Augen sowie einer nach vorne gewölbten Stirn ausgestattet sind [vgl. Wirth 2004: 202].

Autor: Sebastian Goldstein

 

Sexuelle Reize

Erotische Reize sprechen unser natürliches Bedürfnis nach Reproduktion an und ziehen demzufolge auch unsere Aufmerksamkeit an. Inwieweit der Einsatz von sexuellen Reizen auf einer Unternehmenswebseite zweckmäßig ist, ist sicherlich branchenabhängig und sollte wohl überlegt sein.

Autor: Sebastian Goldstein